Die Entwicklung des japanischen Whiskys

Nach den ersten Berichten über die Blends Nikka From the Barrel und dem Hibiki Japanese Harmony gibt es nun einen Einblick in die Entwicklung des japanischen Whiskys. Wie kam der Whisky nach Japan und warum sind die Whiskys so gut, wie sie heute sind!? … ein Überblick über die Geschichte des japanischen Whiskys.

Der erste Whisky in Japan

Angefangen hat alles bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein US-amerikanischer Kommandant brachte ein Whiskyfass lediglich als Gastgeschenk mit in das Land der aufgehenden Sonne. Eigentlich sollten Abkommen zum Handel mit anderen Gütern geschlossen werden. Das war der Ausgangspunkt für die Japaner, um sich mit dem „braunen Gold“ zu befassen.

Im Anschluss daran wurde zumeist importierter Whisky getrunken. Die Samurai bevorzugten diesen, da er selten war und basierend darauf auch teuer war. Whisky wurde zum Statussymbol der reichen Japaner.

Da sich mit Whisky augenscheinlich ziemlich gut Geld verdienen ließ, war der erste in Japan hergestellte Whisky ein Imitationsversuch von Shinjiro Torii (1899), der importierten schottischen und irischen Abfüllungen. Damit begann die Entwicklung einer eigenen Whiskyindustrie in Japan Anfang des 20. Jahrhunderts.

Ein Studium in Schottland

Der junge Japaner Masataka Taketsuru zog 1918 nach Schottland aus, um dort Organische Chemie an der Universität von Glasgow zu studieren. Dabei hat er sich in Whisky und die Destillation verliebt, so dass er sich im Speziellen mit der traditionellen Whisky-Brennkunst befasste. Taketsuru arbeitete im Anschluss in den Brennereien Hazelburn, Craigellachie und Lagavulin bevor er gut ausgebildet 1923 nach Japan zurück kehrte und vom späteren Gründer der Marke Suntory, Shinjiro Torii, eingestellt wurde. Torii war zu dieser Zeit Spirituosenhändler und beschloss im gleichen Jahr die Gründung der ersten japanischen Whiskydestille (in Yamazaki).

Der erste japanische Whisky ‚Shirofuda‘ wurde 1929 von Suntory auf dem Markt gebracht. Taketsuru leitete die Brennerei gut 10 Jahre, bevor er 1934 wegen Differenzen mit Torii aus dem Unternehmen ausschied. Kern der Differenzen war der ideale Whisky für den japanischen Markt und den damit verbundenen optimalen Standort für eine Destillerie. Torii wollte nah am Konsumenten in Kyoto produzieren, während Taketsuru auf der Wichtigkeit des richtigen Standorts für einen guten Whisky beharrte. Er suchte sich daher die Nordinsel Hokkaido aus, da diese der schottischen Landschaft am ähnlichsten ist und baute dort seine eigene Brennerei auf. Diese ist heute unter dem Namen Nikka bekannt (früher ‚Dainipponkaju‘). 1940 brachte Taketsuru seinen ersten eigenen Whisky auf den Markt.

Bis heute sind Nikka und Suntory große Konkurrenten. Wie erwähnt orientiert sich jedoch Nikka am schottischen Original während Suntory eher als exotisch gilt und sich u. a. von der japanischen Küche inspirieren lässt

Von mangelhafter zu hervorragender Qualität

Die Qualität des damals hergestellten Whiskys kam jedoch nicht an die der Importierten heran. In den 60ern wurden billig produzierte Blends (hauptsächlich von Suntory) angeboten. Bei den Schotten war es üblich, für Blends diverse Malt Whiskys von verschiedenen Konzernen zu verwenden. Da die Japaner jedoch mit der Konkurrenz keinen Handel betreiben wollten, wurde immer nur Malt aus dem eigenen Konzern verwendet. Andere Hersteller wollten an dem Markt teilhaben und produzierten ebenfalls billigen Whisky, was sich in schlechter Qualität wieder spiegelte.

Erst eine Änderung der Besteuerung sorge für eine Verbesserung der Qualität. Anfangs war der Malzanteil ausschlaggebend für Besteuerung, was zur Beimischung von billigem Fusel führte. Erst als die Erhebung der Steuer im Jahre 1989 an die Art der Besteuerung der Europäer, basierend auf dem Alkoholanteil geändert wurde, verbesserte sich die Qualität des Whiskys. In diesem Fall hatte die Steuer also mal etwas Gutes 😉

Somit sind heutige Whiskys auf Japan nicht mehr mit denen von vor 20 bis 30 Jahren zu vergleichen. Mittlerweile haben japanischen Whiskys eine Vielzahl von internationalen Preisen gewonnen und ist somit qualitativ wie auch quantitativ an die Weltspitze vorgedrungen. Und das, obwohl Japan von allen wichtigen Whisky produzierenden Ländern als letztes begonnen hat. Dieser Erfolg ist begründet mit dem offensiven Experimentieren mit Zutaten und anschließender Verfeinerung.

Die Probleme der gesteigerten Nachfrage

Die gesteigerte weltweite Nachfrage nach japanischem Whisky sorgt dafür, dass die japanischen Lager von Suntory leer sind und nicht mal mehr die Mitarbeiter ihren eigenen Whisky kaufen dürfen. Firmenchef Takeshi Niinami (aktueller Geschäftsführer von Suntory) verbietet sich den Genuss eines Hibiki. Die Hersteller müssen Whisky rationieren und können jede Flasche leicht zum doppelten Preis verkaufen. Es entstehen immer mehr Craft-Brennereien (ähnlich der Craft-Bier Initiativen), die ihren eigenen Whisky auf den Markt bringen und von der Nachfrage profitieren wollen.

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